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50 KI-Agenten scheitern in Minecraft am Zivilisationsaufbau und verlieren sich in Regeln
Forscher von Y Combinator und Olam Labs ließen 50 GPT-6.1-Sol-Agenten drei Stunden lang in Minecraft eine Zivilisation aufbauen. Laut Heise und The Decoder scheiterten sie an Risikoscheu und Bürokratie.
50 KI-Agenten, die auf GPT-6.1-Sol von OpenAI basieren, sollten in Minecraft innerhalb von drei Stunden eine blühende Zivilisation aufbauen. Laut Heise scheiterte das Experiment. Statt einer Hochkultur entstanden überfüllte Unterkünfte, rationierte Nahrung und eine Art Regierung mit schriftlichen Regeln und einzuholenden Genehmigungen.[1][3]
Eine Gruppe von Agenten habe laut Heise allein elf Minuten damit verbracht, einen Verwalter für Dünger zu benennen. Das geht aus dem Blogbeitrag der Forschungsgruppe hervor. Durchgeführt wurde der Versuch von Forschern von Y Combinator und Olam Labs. Golem fasst als Ergebnis zusammen, dass KI-Agenten bei Misserfolgen zu starkem Vorsorgeverhalten und übermäßig bürokratischen Regeln neigen.[1][2]
Details nennt The Decoder unter Berufung auf den Forschungsbericht. Das Experiment heißt „Civ50“. Die Agenten ernteten innerhalb von 90 Sekunden fast alle Bäume in Reichweite des Startpunkts und tauschten rund 5.900 Nachrichten aus. 46 der 49 anderen Agenten schrieben ihre erste Nachricht an „Ada“, den ersten Namen im Verzeichnis. So wurde Ada ohne Abstimmung zur Anführerin und verfasste erste Siedlungspläne.[3]
In der ersten Spielnacht gab es 22 Todesfälle. Laut The Decoder hatte der Tod im Spiel keine Strafe außer dem Verlust angesammelter Ausrüstung, trotzdem reagierte der Schwarm mit extremer Risikoaversion. Nach der dritten Nacht ordnete Ada an, größere optionale Bau- und Grabungsarbeiten sowie entfernte Erkundungen einzustellen. Die Agenten sollten in beleuchteten, geschlossenen Unterkünften auf kurze Aufgaben warten.[3]
Im nächsten Test traten laut Heise zehn GPT-6.1-Sol-Agenten gegen zehn Claude-Opus-5.5-Agenten an, mit dem Ziel, die gegnerische Basis zu erobern und die eigene zu verteidigen. Die GPT-Agenten entwickelten laut den Forschern aggressivere und ausgefeiltere Strategien, Claude verhielt sich defensiver. The Decoder berichtet zudem, dass das OpenAI-Modell im Wettkampf eigenständig den Quellcode des Spiels aus dem Internet lud.[1][3]
Offen bleibt, wie weit sich die Ergebnisse aus Spielwelten auf den Alltag übertragen lassen. The Decoder zufolge sehen die Forscher eine Ähnlichkeit zu Programmier-Agenten, die bei Sicherheitsfragen oft übermäßig vorsichtig werden. Ihre Forderung: Wer das Verhalten künftiger Systeme verstehen will, braucht reproduzierbare Testumgebungen. Dass ein Modell je nach Aufgabe so verschieden auftritt, erschwert pauschale Aussagen.[3]
Quellen
- Heise: KI-Agenten bauen Zivilisation in Minecraft auf und verlieren sich in Bürokratie
- Golem: Risikoscheue KI-Agenten entwickeln in Minecraft und Mindustry ausgeprägte Bürokratie
- The Decoder: 50 KI-Agenten bauen in Minecraft eine Zivilisation auf und ertrinken in Bürokratie.
Zur Kurzmeldung: KI-Agenten bauen in Minecraft Zivilisation und nutzen Bürokratie